trust icons
Online Poker Spiele von PacificPoker de.888poker.com
download

Die „Stop and Go”-Spielweise bei Sit & Go-Turnieren

Es gibt viele Situationen bei SNGs, in denen es auf Ihr Glück ankommt. Allerdings möchten Sie genau solche Situationen meistens eigentlich vermeiden. Ein Beispiel: Sie haben gutes, solides Poker gespielt und sind damit unter den letzten vier Spielern gelandet. In der nun folgenden Runde wird bis zur Button-Position gepasst. Der Button eröffnet mit 1.000 bei Blinds von 200-400. Sie haben A-Q auf der Hand und entscheiden sich, Ihre verbliebenen 3.000 Chips in die Mitte zu schieben. Ihr Gegner geht mit K-9 mit.

Beim Flop erscheinen 8-4-4. Die Turn- und Riverkarten lauten 10 bzw. 9 und Sie sind damit draußen. Falls Sie der Favorit in einer Runde sind, haben Sie sehr wenig davon, wenn es um Alles oder Nichts geht.

Bei Turnieren kommt es darauf an, die eigene Gewinnerwartung zu maximieren. Des Weiteren geht es um das Überleben, das Erreichen der Gewinnränge und eventuell um den Sieg. Oftmals ist es angebracht, dem EV-Wert die höchste Priorität bei Ihren Entscheidungen beizumessen. Es gibt für diesen Sachverhalt keine besseren Beispiele als die Cash-Partien.

Ein starker Spieler könnte hier vorsätzlich etwas schwächer spielen, um einen schwächeren Gegner im Spiel zu halten. Wenn man eine einzelne Runde für sich isoliert betrachtet, ist man –EV. Das sieht jedoch ganz anders aus, wenn man alle Runden gemeinsam analysiert!

Als weiteres Beispiel könnte man hier ein Turnier anführen, bei dem ein Spieler weiß, dass er den Gegnern am Tisch weit überlegen ist und keine marginalen Vorteile erreichen muss. Falls Ihr Gegner mit seinen verbleibenden 5.000 Chips All-In geht und Sie ebenfalls noch 5.000 Chips übrig haben, würden Sie mit Q-Q mitgehen, wenn er aus Versehen seine Karten A-K gezeigt hat? Die mathematisch korrekte Antwort lautet ja, denn damit sind Sie +EV. Allerdings sind Sie als Spieler so überlegen, dass Sie die 5.000 Chips sowieso gewinnen würden. Warum also ein Risiko eingehen, wenn die Gewinnwahrscheinlichkeit dieser Runde nicht höher als die eines Münzwurfes ist?

Bei SNGs gibt es eine Spielweise, die man als „Stop and Go“ bezeichnet. Hiermit erlangen Sie durch All-In-Aktionen Vorteile, wenn Sie den Turn und River vermeiden möchten. Im eingangs erwähnten Beispiel mit A-Q könnten Sie im Pre-Flop mitgegangen sein, anstatt All-In zu gehen. Wenn Sie nicht möchten, dass andere Spieler ebenfalls mitgehen, dann sollten Sie beim Flop All-In gehen. Hiermit bieten Sie den Gegnern eine Ausstiegsmöglichkeit aus der Hand, wenn diese nicht den Flop eingehen möchten. Ein Blatt wie K-9 zum Beispiel ist nicht besonders erfolgversprechend bei einem Flop wie 8-4-4, denn man würde gegen jedes Ass verlieren.

Die meisten Spieler würden in dieser Situation passen, wenn die Einsätze in vernünftiger Höhe abgeben wurden. Sie hingegen möchten jedoch Ihre Chips auf jeden Fall setzen – der Unterschied ist nur, dass Sie diese beim Flop in die Mitte schieben möchten, nicht im Pre-Flop. Falls Ihre Gegner tatsächlich im Pre-Flop mitgehen, dann ist dies eine sehr effektive Spielweise. Natürlich besteht die Gefahr, dass ein Gegner mit dem Flop ein unschlagbares Blatt erhält. Allerdings wäre dies ohnehin geschehen, wenn die Gegner im Pre-Flop mitgegangen wären. In dieser Lage haben es die Gegner sehr schwer, weiterzumachen, wenn sie kein optimales Blatt haben und Sie so viele Chips setzen, dass Sie direkt in die Cash-Plätze aufsteigen oder sogar das SNG direkt gewinnen würden.